Jagdhaftpflichtversicherung – Haftpflicht für Jäger

Vornehmlich richtet sich die Jagdhaftpflichtversicherung an Berufsjäger, Jäger, Förster, Jagdpächter, Jagdherren, Forstaufseher, Forstbeamte, Falkner und Hundehalter. Sie ist in Deutschland oder Österreich für jeden vorgeschrieben, der einen Jagdschein lösen oder verlängern möchte. Die zuständige Jagdbehörde verlangt dann die Vorlage über die Bescheinigung der Jagdhaftpflichtversicherung. Die Versicherungszusage muss mindestens solange gültig sein, wie der beantragte Zeitraum für den Jagdschein andauert. Maximal kann die Laufzeit der Versicherung somit drei Jahren entsprechen. Damit ein ehemaliger Jäger seine Jagdwaffen behalten darf, muss auch er den Nachweis einer Versicherung erbringen.

In Deutschland gibt es gesetzlich vorgeschriebene Versicherungssummen für die Jagdhaftpflichtversicherung. Bei Personenschäden sind es 500.000 Euro, bei Sachschäden 50.000 Euro. Zur Vorbeugung einer Unterversicherung wird jedoch für Personen- und Sachschäden eine pauschale Mindestsumme von 5.000.000 Euro empfohlen, denn ein Jäger haftet nach BGB § 823 für die von ihm verursachten Schäden unbegrenzt. Meist beinhaltet die Jagdhaftpflichtversicherung eine Tierhalterhaftpflichtversicherung, in der zwei Jagdhunde, zwei Frettchen und zwei Beizvögel versichert sind.

Die Jagdhaftpflichtversicherung deckt das Risiko ab, das bei einer Jagdtätigkeit besteht. Risiken, die vom Besitz von Schusswaffen herrühren, sind ebenso mit eingeschlossen. Nicht nur der Versicherungsnehmer ist im Schadensfall geschützt, sondern auch die Menschen, die für den Jagdbetrieb eingestellt sind. Dazu gehören Treiber und Jagdgehilfen sowie etwa Ehefrau oder Kinder, die als nicht gewerbsmäßige Hüter des Jagdhundes bezeichnet werden.